Garantiert mit Gewinn: 6 aus 49 – Tipps rund um die Existenzgründung

Die Zahl der Gründungswilligen zieht gerade merkbar an, weil viele noch vom Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit nach der alten Regelung profitieren wollen. Aus diesem aktuellen Anlass und weil ich aktuell mehrere Gründer berate, starte ich heute „6 aus 49“ – sechs hilfreiche Tipps und Links rund um die Existenzgründung – garantiert mit Gewinn:

1) Bin ich ein Unternehmertyp? Die Frage sollte man sich in der Tat möglichst am Anfang aller Überlegungen stellen. Im Internet gibt es jede Menge Tests, dazu, z.B. hier http://www.existenzgruender.de/selbstaendigkeit/entscheidung/qualifikation/05988/index.php

2) So viele Baustellen… wo fang ich an? Eine umfangreiche Plattform mit Links und Tipps ist die Seite http://www.existenzgruender.de des Bundeswirtschaftsministeriums. Außerdem gibt es fast in jeder Stadt Gründungsberatungsstellen der Kommune, der Hochschule oder von sonstigen Initiativen, die oft sogar eine kostenlose Erstberatung anbieten. Einfach googlen.

3) Freiberufler oder Gewerbeanmeldung? Diese Frage stellt sich immer wieder, und sie lässt sich vom Laien oft nicht eindeutig beantworten. Erste Hinweise zur Abgrenzung findet man hier http://www.freie-berufe.de/Abgrenzung-Freier-Beruf-oder.145.0.html, ansonsten ist das örtliche Finanzamt die Institution, bei der man eine eindeutige (und möglichst schriftliche) Festlegung bekommt.

4) Businessplan: Für den Gründungszuschuss braucht man ihn zwangsläufig, für alle anderen Gründer ist ein Businessplan mehr als empfehlenswert, denn er „zwingt“ den Gründer, sich mit allen Aspekten seines geplanten Business kritisch auseinandersetzen. Wie schreibe ich einen Businessplan, was muss rein? Hierzu empfehle ich das Gründerzeiten-Heft Nr. 17 des BMWi http://www.existenzgruender.de/imperia/md/content/pdf/publikationen/gruenderzeiten/gz_17.pdf.

5) Finanzplanung: Bei fast jedem Gründer erlebe ich, dass die Finanzplanung erstmal irgendwie eine „Luftnummer“ ist. Dabei ist es doch gar nicht so schwer, zumindest mal konkret verschiedene Szenarien (best case, worst case, und dazwischen) auf der Einnahmenseite durchzuspielen. Wie realistisch die sind, das muss man dann im zweiten Schritt bewerten, aber aufstellen kann’s erstmal jeder. Also bitte ganz konkret rechnen, zumindest fürs erste Jahr – gerade auch bei reinen Dienstleistungsgründungen: Wieviele Tage pro Monat / Stunden pro Tag glaube ich in Monat 1, 2, 3 usw. meine Dienstleistung zu verkaufen? Mit welchem Stunden-/Tageshonorar? Habe ich schon konkrete Aufträge in Aussicht, die ich berücksichtigen kann? Gibt es saisonale Schwankungen, z.B. wegen Weihnachtsgeschäft, Urlaubsflaute usw.? Erwarte ich über die ersten Monate schon ein stetiges Wachstum? So kann ich ganz konkret Monat für Monat Umsätze ansetzen. Szenario 1 mit vorsichtigen Annahmen und geringer Auslastung, Szenario 2 mit optimistischen Zahlen. Genauso kann ich mit der Höhe des Stunden-/Tageshonorars spielen. Dem gegenüber stelle ich dann meine Ausgaben. Und bitte – wirklich versuchen, an alles zu denken. Ich erlebe regelmäßig, dass Gründer komplette Bereiche in ihrer Finanzplanung „übersehen“, sei es die Kosten für Versicherungen, für Werbung und Marketing, für Weiterbildung oder schlicht und einfach die Tatsache, dass auf Einnahmen auch Einkommensteuer gezahlt werden muss. Für all diese Zahlenspiele empfiehlt sich eine Exceltabelle, die man mit unterschiedlichen Werten füttern kann und die alles weitere dann berechnet. Und wer sich sowas mit Excel noch nicht zutraut – dann wird es höchste Zeit, sich mit dem Programm vertrauter zu machen! Es wird nicht das letzte Mal sein, dass man als Unternehmer damit zu tun hat.

6) Selber machen vs. Outsourcen: Klar, am Anfang will man sparen und möglichst wenig Geld ausgeben. Trotzdem sollte man sich bei jedem Tätigkeitsbereich, mit dem man so konfrontiert ist, klarmachen, ob man mit vertretbarem Zeitaufwand ein ansehnliches Ergebnis erzielen kann, oder ob es vielleicht doch Sinn macht, das ein oder andere an externe Profis abzugeben. Kritische Bereiche sind z.B.: Buchhaltung/Steuern – im Dickicht des deutschen Steuerdschungels kommt man um den Steuerberater kaum herum, wenn man von Anfang an alles möglichst in korrekte Bahnen bringen will. Grafik/Werbung – klar, eine Visitenkarte kann man irgendwie selber machen, und auch ein Logo schustert sich der ein oder andere in Eigenarbeit mit oberflächlichen Grafikkenntnissen zusammen. Aber selten wird man damit glücklich werden. Derart halbprofessionelles Auftreten hinterlässt einen schlechten Eindruck bei potentiellen Kunden und Geschäftspartnern, und spätestens, wenn man dann mit der Umsetzung der Grafikdaten für verschiedene Medien doch an seine Grenzen stößt, reut einen der ganze Zeitaufwand und dass man sich nicht von Anfang an in die Hände eines Profis begeben hat. Gleiches gilt übrigens auch für: Internetseitenprogrammierung; Marketing (Strategische Positionierung, Maßnahmenkonzeption, Maßnahmenkalender…); rechtliche Angelegenheiten; Versicherungen… Ich kann nur empfehlen: Konzentriert Euch auf Euer Business, macht das, was Ihr gut könnt und holt Euch für das, was Ihr nicht so gut könnt, Experten ins Boot. Damit seid Ihr effizient und wirkt nach außen professionell – und das eingesetzte Investment zahlt sich ganz bestimmt bald wieder aus! Und außerdem, siehe Punkt 6)

Und die Zusatzzahl) Hat mal jemand einen Goldesel oder Wie man sich Beratung fördern lassen kann: Speziell für Gründer gibt es ein Beratungsangebot der KfW-Bank, das Gründercoaching Deutschland. Gründer können sich mit diesem Programm Beratungen (z.B. zu Marketing, Organisation, betriebswirtschaftlichen Themen) nach der Gründung mit 50 bis 90% Zuschuss fördern lassen. Ausführliche Infos unter http://www.kfw.de/kfw/de/Inlandsfoerderung/Programmuebersicht/Gruendercoaching_Deutschland/index.jsp.

Weitere Tipps „aus 49“ kommen in loser Folge zukünftig wieder in diesem Blog. Gerne nehme ich auch Eure Tipps, Hinweise oder wertvollen Links auf und baue sie beim nächsten Mal mit ein!