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Netzwerken – Die Masse macht’s?

Was macht die Masse? Erfolg? Wenn Ihr mich fragt, dann macht wahllose Masse beim Netzwerken höchstens das Image kaputt. Auslöser für diesen Blogbeitrag ist eine <Achtung, Beginn Ironie> höchst individuelle und sicher gar nicht in Massenversand verschickte <Ende Ironie> Kontaktanfrage, die ich heute über XING erhalten habe.

“Sehr geehrter Herr Großmann…” – Okay, ich bin nicht Miss Germany, aber auf meinem Profilfoto und anhand meines Namens sollte man schon erkennen, dass ich FRAU Großmann bin! Mit solch einem Einstieg katapultiert sich der Absender schon in der Anrede unmittelbar ins Aus. Denn da wurde garantiert nicht individuell selektiert und angeschrieben, sondern vermutlich eine Standardmail x-mal versandt und nur der Name ausgetauscht. Tja, aber eben nicht die Anrede, peinlich.

Entsprechend “individuell” liest sich auch, was bei derlei Anfragen danach kommt. Meist irgendwas à la “Ihrem Profil habe ich entnommen, dass Sie auch im Bereich Marketing tätig sind” (Ach neeee, davon gibt’s vermutlich noch ein paar mehr Leute auf XING – will der Absender sich mit denen allen vernetzen??) oder “Wir sind ja beide in der Gruppe “Gründer & Selbständige” (Ach, was ein Zufall, bei über 90.000 Gruppenmitgliedern!).

Also wahrlich keine Gründe, die eine Vernetzung rechtfertigen. Zumindest nicht, wenn man Netzwerken als das versteht, was es eigentlich ist: ein tragfähiges Netz von Kontakten aufzubauen, mit denen mich etwas wirklich verbindet. Die ich empfehlen kann, die mich empfehlen können, die ich im Falle eines Falles um Rat fragen darf und denen ich auch gerne und kostenlos bei Fragen mit meinem Rat weiterhelfe. Denn Netzwerken ist Geben und Nehmen, und zwar auf persönlicher Basis.

Darum kann meines Erachtens ein Onlinenetzwerk (so nützlich es auch ist) niemals das persönliche Netzwerken ersetzen, sondern nur zur Kontaktanbahnung oder zur Unterstützung der Kontaktpflege dienen. (Ausnahmen mögen die Regel bestätigen.) Ansonsten ist meine Überzeugung: Erst von Angesicht zu Angesicht, bei gemeinsamen Gesprächen, humorvollem Austausch und sympathischen Begegnungen kann ein Kontakt wirklich wachsen und wertvoll werden.

 

1 Kommentar

  1. Magnus Bühl

    Liebe Evelyn,
    danke für Deinen sehr stimmigen Beitrag zum Thema Netzwerken. Aus meinen Erfahrungen der letzten Jahre stelle ich fest, dass es vor allem die gute Mischung macht. Netzwerken Offline wie Online hat mir in den letzten drei Jahren sehr viele gute neue Kontakte und auch Aufträge gebracht.
    Im Online-Social-Media-Leben bin ich ein Freund der wertschätzenden Mischkalkulation. Man braucht keine große Masse an Kontakten, aber um Wahrnehmung zu Erzeugen braucht es schon ein paar Hundert oder manchmal 1000 Kontakte. Gerade um durchs Bloggen oder Fachartikel als Experte in seinem Bereich wahrgenommen zu werden ist die Zahl der Kontakte schon ein gewisser Faktor der hilfreich ist. Wenn Wertschätzung und “Das Geben und Nehmen” stimmen ist der Erfolg (den jeder für sich selbst definieren muss) nicht zu verhindern.
    Herzliche Grüsse und bis ein nächstes Mal auf einem xing-Treffen
    Magnus

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