Social Media? Aber bitte mit Strategie!

Social Media als Marketinginstrument ist in den Unternehmen angekommen. Aber leider, wie eine aktuelle Studie von webguerrillas zeigt, bei mehr als der Hälfte der Unternehmen ohne Strategie.

Vielleicht sind es überwiegend kleinere Unternehmen, die strategielos agieren (könnte man zumindest vermuten, die Studie gibt dazu keine Details), aber auch dann finde ich das Ergebnis ziemlich traurig. Wobei es mich nicht besonders überrascht. Denn nicht nur im Social-Media-Marketing, sondern ganz allgemein im Unternehmensmarketing fehlt bei vielen Unternehmen eine klare Strategie. Eindeutige Positionierung, USP, klar definierte Zielgruppen – nur wenn diese Basis steht, kann ein Unternehmen seine Marketingmaßnahmen (egal ob „klassisch“ oder Social Media) daran ausrichten und wirklich Markenbildung betreiben.

Worauf also sollten Sie konkret beim Thema Social Media achten, welche Fragen sollten Sie sich stellen?

1) Was sind die Gründe für unser Social-Media-Engagement? – Ziele setzen
Hoffentlich nicht „Weil’s doch jeder macht“! Fragen Sie sich vielmehr, welche Ziele Sie erreichen möchten. Imagebildung, Bekanntheitsgrad steigern, Kunden gewinnen, Kunden binden usw. Welches Ziel im Vordergrund steht, ist für die Umsetzungsplanung wichtig. Ach ja, und noch eine Frage zu Beginn: Passt ein Social-Media-Engagement überhaupt zu Ihrem Unternehmen und zu den generellen Unternehmenszielen?

2) Wer macht’s? – Verantwortlichkeiten festlegen
Wer wird die Social-Media-Aktivitäten durchführen? Ein/mehrere Mitarbeiter im Unternehmen, oder eine externe Agentur? Hier gilt es, klare Regeln festzulegen, wer im Namen des Unternehmens in den Social Media kommuniziert, und natürlich müssen auch die entsprechenden zeitlichen und finanziellen Ressourcen eingeplant werden. Am besten stellen Sie zudem sog. Social-Media-Guidelines auf, die für alle Mitarbeiter verbindlich sind. Bedenken Sie außerdem: Social Media heißt 24/7 „on“, d.h. es muss u.U. auch mal am Wochenende reagiert werden, und speziell für Krisenfälle sollte eine schnelle Reaktionsfähigkeit sichergestellt sein, inklusiver vorheriger Abstimmung mit der Geschäftsleitung über das geeignete Vorgehen, egal an welchem Wochentag.

3) Und was konkret? – Erst planen, dann starten
Am Anfang steht die Entscheidung, auf welcher bzw. welchen Plattform(en) man aktiv werden möchte. Wo ist Ihre Zielgruppe aktiv? Welche Kommunikationsform (Blog, Soziales Netzwerk, Videoplattform etc.) passt zu Ihren Themen und Produkten? Am besten erstmal verschiedene Plattformen genauer unter die Lupe nehmen und ein Weilchen beobachten, wie andere (z.B. Mitbewerber oder große Unternehmen) verschiedene Plattformen nutzen. Wenn feststeht, welche Kanäle Sie nutzen wollen, dann planen Sie Ihr Engagement zielgerichtet. Hier kommen die unter 1) festgelegten Ziele ins Spiel. Mit welchen Aktionen können diese auf dem gewählten Medium bestmöglich erreicht werden? Sammeln Sie Themen und Ideen (dabei immer dran denken: Womit bieten wir unserem Publikum Nutzen?) und planen Sie Ihre Aktivitäten in einem Social-Media-Kalender. Wie oft wollen Sie aktiv sein? Planen Sie auch Zeit für die Reaktionsbearbeitung ein, denn Social Media heißt DIALOG.

Und dann kann’s losgehen! Mit Plan und Strategie, am besten auch zeitlich passend zu den Schwerpunkten, die Sie im klassischen Marketing geplant haben, stehen die Erfolgschancen gut. Um zu wissen, wie erfolgreich Sie sind, nutzen Sie Online-Monitoring-Tools (z.B. Statistikfunktionen des jeweiligen Anbieters) zur Auswertung. Viel Erfolg und viel Spaß!