Digitalisierung im Marketing (4/5): Weitere Möglichkeiten

Die in den bisherigen Teilen der Artikelserie vorgestellten Möglichkeiten der Digitalisierung sind für fast alle kleineren Unternehmen relevant. Darüber hinaus gibt es viele weitere Ansatzpunkte, sich die Digitalisierung im Unternehmensmarketing zunutze zu machen, die je nach Branche, Tätigkeitsbereich und Zielgruppe für Ihr Unternehmen sinnvoll sein können. Im Folgenden einige Beispiele:

Online-Terminvergabe, Online-Services
Ob Gastronomiebetrieb, Friseur, Arzt oder Kfz-Werkstatt – Sie alle können es Ihren Kunden ermöglichen, online über Ihre Webseite Termine zu buchen. Damit bieten Sie Service auch außerhalb Ihrer Öffnungszeiten und entlasten Ihr Personal am Telefon, das sich besser auf andere Aufgaben fokussieren kann. Auch z.B. die Online-Vorbestellung von Rezepten beim Arzt ist eine Dienstleistung mit Mehrwert für die Kunden.

Diese fünfteilige Artikelserie ...
beschäftigt sich mit konkreten Anknüpfungspunkten in Sachen Digitalisierung im Marketing für kleine Unternehmen. Zur Einleitung und Übersicht aller fünf Artikel geht’s hier.

QR-Codes
Die „komischen kleinen pixeligen Quadrate“ sind eine zweidimensionale Codierung, z.B. für Webadressen, die mittels Smartphone-Kamera und entsprechender App gelesen werden können. Sie bieten Zugriff auf hinterlegte Internetseiten und ermöglichen den Download von Dokumenten. Einsatzbereiche sind z.B. Messen, bei denen den Besuchern anstatt dicker, schwerer Papierkataloge ein pdf-Katalog zum Download mittels QR-Code mitgegeben werden kann, oder Werbeplakate im öffentlichen Raum, auf denen QR-Codes weiterführende Informationen zum beworbenen Produkt bzw. Unternehmen bereitstellen. Die Erstellung von individuellen QR-Codes erfolgt unkompliziert mit kostenlosen Generatoren im Internet.

Apps
Unter dem Begriff App (Applikation) versteht man im normalen Sprachgebrauch heute vor allem ergänzende Anwendungen, die auf Smartphones und Tablets zum Einsatz kommen. Unternehmen können sich bestehende kostenlose oder kostenpflichtige Apps zunutze machen (von der einfachen Taschenrechner-App bis zur umfangreichen CRM-System-App) oder für den internen Gebrauch oder für ihre Kunden eine eigene App programmieren lassen. Dies könnte z.B. ein Pizza-Konfigurator für einen Pizza-Bestellservice sein, ein Spiel eines Möbelanbieters, das durch die Produktwelten führt, eine Reservierungs-App für ein Restaurant oder eine App zur Optimierung der Energiekosten, die ein Elektro- oder Heizungsbetrieb seinen Kunden anbietet.

Digitale Visualisierungstools, Augmented/Virtual Reality

  • Als Friseur können Sie eine Vorher-Nachher-Visualisierung anbieten, die dem Kunden zeigt, wie eine mögliche neue Frisur an seinem Kopf aussieht.
  • Als Architekt können Sie Ihren Entwurf dreidimensional visualisieren und den Kunden virtuell schon durch die geplanten Räume spazieren lassen.
  • Bei Küchen- oder Badplanung können Sie dem Kunden ermöglichen, mit entsprechender Software selbst oder mit einem Berater den Raum einzurichten und verschiedene Einrichtungsalternativen auszuprobieren.
  • Als Hotel können Sie die Gäste virtuell schon vor deren Aufenthalt Ihr Haus entdecken lassen.
  • Im Bereich Augmented Reality lässt sich die reale Umgebung z.B. mit Hilfe der Kamera von Tablet bzw. Smartphone oder einer VR-Brille um hilfreiche digitale Informationen ergänzen (z.B. Beschriftung der Funktionalitäten einer komplexen Maschine). Eine komplett virtuelle Realität ist z.B. für die Erstellung eines virtuellen Produkt-Prototyps oder in Form eines Simulators denkbar.

Online-Shop
Je nach Angebotspalette Ihres Unternehmens können Produkte nicht nur vor Ort, sondern auch online verkauft werden. Dies ist nicht nur für Einzelhändler eine Option, sondern z.B. auch für Dienstleistungsbetriebe wie eine Kfz-Werkstatt. Die könnte beispielsweise Autoreifen per Online-Shop anbieten, so dass der Kunde schon vor seinem Werkstattbesuch die Reifen online auswählen kann und diese passend zum vereinbarten Termin in die Werkstatt geliefert bekommt, wo sie dann montiert werden. Ein Sanitärbetrieb kann Accessoires rund ums Bad oder Ersatzteile anbieten, ein Kosmetiksalon Pflegeprodukte usw. Wenn ein voll funktionsfähiger Onlineshop zu kostspielig sein sollte, bestehen „abgespeckte“ Möglichkeiten, die zumindest eine Produktvorauswahl erlauben. Die verbindliche Bestellung erfolgt dann z.B. per Fax oder E-Mail.

Und schließlich ist der Bereich Marketing nur einer der Unternehmensbereiche, in denen Digitalisierung stattfindet.

Beispiele für weitere Digitalisierungsmöglichkeiten in anderen Unternehmensbereichen:

  • Datenspeicherung in der „Cloud“
  • Papierloses Büro, d.h. Digitalisierung von Dokumenten
  • Online-Büroorganisation durch Terminplanungstools, auf die jeder Mitarbeiter jederzeit am Smartphone, Tablet etc. zugreifen kann
  • Arbeitszeiten-/Einsatzplanung mittels Online-Tools
  • Digitale Regieberichte im Handwerk, die mit dem Büro synchronisiert werden
  • Digitales Fahrtenbuch
  • „Collaboration Tools“ zur Zusammenarbeit von Mitarbeitern an verschiedenen Standorten, z.B. für Wissensmanagement, Ideenentwicklung, Projektmanagement
  • Employer Branding und Mitarbeitergewinnung auf digitalen Kanälen
  • Automatisierte Statusmeldungen an Kunden (Auftragseingang, Auftrag in Produktion, Lieferung versandt)
  • Anbindung an externe Ressourcen (z.B. Zulieferer, Kunden)

Ganz sicher sind die Möglichkeiten, die ich Ihnen in dieser Artikelserie vorgestellt habe, nicht umfassend und zeigen nur einen Ausschnitt dessen, was machbar ist. Mein Ziel ist es vor allem, Ihnen zu zeigen, dass es sehr viele, und damit auch für Ihr Unternehmen geeignete und praktikable Anknüpfungspunkte gibt. Warten Sie also nicht mehr länger, sondern begreifen Sie die Digitalisierung für Ihr Unternehmen als Chance und legen Sie los!

Wenn Sie sich nun fragen „Ja, aber wie und wo fange ich jetzt konkret an?“, dann lesen Sie nächste Woche den letzten Teil der Artikelserie „Ganz konkret – Wie fange ich an?“.

Alle Artikel der Serie:

02.05.2017 | Einleitung
02.05.2017 | (1/5) Internetseite und E-Mail-Kommunikation
09.05.2017 | (2/5) Social Media, Onlineverzeichnisse und Bewertungsportale
16.05.2017 | (3/5) CRM und Datenauswertung
23.05.2017 | (4/5) Weitere Möglichkeiten
30.05.2017 | (5/5) Ganz konkret – Wie fange ich an?