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Handwerk statt Hexenwerk: 11 Tipps für gute Texte

130416_textenWarum lesen sich manche Texte so angenehm und flüssig, sind interessant, machen neugierig, während man bei anderen fast einschläft und sie nach kurzer Zeit beiseite legt? Gute Texte zu schreiben ist nicht hauptsächlich Talent, und auch kein Hexenwerk, sondern ein Handwerk, das man lernen kann!

Legen Sie die folgenden 11 Tipps als „Bedienungsanleitung“ neben sich, wenn Sie Ihren nächsten Text schreiben müssen, und Sie werden sehen: Es ist gar nicht so schwer, einen Text zu verfassen, der dem Leser Spaß machen wird (und Ihnen beim Schreiben im Übrigen auch!).

 

1) Zielgruppe
Als erstes sollten Sie sich klarmachen, für welche Zielgruppe(n) Sie Ihren Text schreiben. Diese sollten Sie während des Textens konstant vor Augen haben und Sprachstil und Wortwahl daran anpassen.

2) Art des Textes
Was für ein Text soll es denn werden? Ein werblicher Text für einen Flyer sieht anders aus als eine sachlich formulierte (Presse-)Information, ein zum Handeln auffordernder Mailingtext oder die Teasertexte für Ihren Newsletter.

3) Inhalt
Welche Informationen wollen Sie im Text unterbringen, was ist für den Leser wichtig zu erfahren? Bei marketingorientierten Texten sollten Sie immer auch die Frage nach dem Nutzen für den Leser beantworten.

4) Struktur
Strukturieren Sie die gesammelten Inhalte klar und übersichtlich, bilden Sie z.B. Themenabschnitte, die Sie mit Zwischenüberschriften gliedern können.

>> Erst nach diesen vier Schritten fangen Sie an, tatsächlich zu texten und zu formulieren :-)

5) Stilistische Mittel
Je nach Textart können Sie stilistische Mittel einsetzen, um den Text interessant zu machen, z.B. Fragen an den Leser stellen, Metaphern verwenden, eine Geschichte erzählen („Storytelling“) oder mit Redewendungen oder Zitaten eine Verbindung zu Ihrem Thema herstellen.

6) Bildhaft schreiben
Malen Sie Bilder im Kopf des Lesers! Je mehr Gehirnregionen aktiviert werden, desto größer sind die Chancen, dass „etwas hängenbleibt“.

7) Technisches

  • Achten Sie darauf, aktiv zu schreiben, d.h. möglichst wenig passive Verbkonstruktionen zu verwenden („Mit dieser Software wird Ihr Vertrieb entlastet“ >> „Diese Software entlastet Ihre Vertriebsmitarbeiter“).
  • Die Satzlänge sollte überschaubar sein – gut verständlich sind normalerweise Satzlängen bis ca. 15 Wörter. Schachtelsätze gilt es zu vermeiden. Überlegen Sie im Zweifelsfall einfach, wo Sie statt des x-ten Kommas einen Punkt machen und einen neuen Satz beginnen können.
  • Zerlegen Sie lange zusammengesetzte Substantive („Kundendatenbank-Software“ >> „Software für Kundendatenbanken“).
  • Vermeiden Sie Substantivierungen und bevorzugen Sie eine aktive Schreibweise mit Verben („Diese Software trägt zur Vermeidung von Fehlern bei.“ >> „Mit dieser Software vermeiden Sie Fehler.“).
  • Schreiben Sie Abkürzungen aus.
  • Prüfen Sie, dass Firmen- oder Produktnamen korrekt und immer gleich geschrieben sind.

8) „Stil“

  • Achten Sie auf Wortwiederholungen und ersetzen diese durch Synonyme.
  • Verwenden Sie Fremdwörter sparsam, bevorzugen Sie lieber das entsprechende deutsche Wort (das es meistens gibt!).
  • Wählen Sie Ihre Worte präzise und aussagekräftig. Auf der Suche nach dem ideal passenden Begriff sind ein Synonymwörterbuch oder die Synonymfunktion Ihres Textverarbeitungsprogramms oft eine gute Hilfe.
  • Wenn Sie mal einen „Knoten im Hirn“ haben und textlich „feststecken“: Überlegen Sie, wie Sie in der gesprochenen Sprache diesen Sachverhalt Ihrem Gegenüber erklären würden. Das löst meist den Knoten :-)

9) Füllwörter raus
Prüfen Sie Ihren Text kritisch auf unnötige Füllwörter wie „wohl“, „also“, „etwa“ und andere. Unerbittlich übernimmt das auch diese Webseite für Sie: https://www.schreiblabor.com/textlabor/statistic/.

10) Rechtschreibung
Korrekte Rechtschreibung ist absolut unverzichtbar für einen guten Text. Besonders am Herzen liegt mir dabei das Thema „Deppenleerzeichen“, das ich in einem früheren Blogartikel behandelt habe („Kunden Datenbank“ >>  „Kundendatenbank“). Eine Rechtschreibprüfung Ihres Textes können Sie online z.B. bei http://www.duden.de/rechtschreibpruefung-online durchführen.

11) Ruhen lassen
Lassen Sie Ihren Text nach dem Verfassen auf jeden Fall ruhen. Idealerweise schlafen Sie eine Nacht drüber oder nehmen zumindest eine Stunde Abstand und lesen Ihr Werk dann nochmal durch. Garantiert finden Sie noch Kleinigkeiten oder missverständliche Formulierungen, die Sie ausmerzen, damit Ihr Text wirklich „perfekt“ ist :-)

Viel Spaß beim Schreiben!

 

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