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fyi. bitte antw. asap. mfg – Kommunikationskultur heute!?

Tagtäglich gehen Millionen E-Mails durchs weltweite Netz. Die Online-Kommunikation ersetzt vielfach andere Kommunikationswege. Und immer häufiger sieht schriftliche elektronische Kommunikation dabei so aus:

Nachrichten beginnen ohne jegliche Anrede. Sie enden ohne Grußformel und namentliche „Unterschrift“, nur die (oft viel zu umfangreiche) Signatur lässt auf den Absender schließen. Ein aussagefähiger Betreff fehlt. Wahlweise wird auf eine monatealte E-Mail zu einem völlig anderen Thema geantwortet und damit deren Betreff irritierenderweise wieder „aufgewärmt“. Reihenweise werden Abkürzungen – geläufige und dem Otto-Normal-Leser völlig unbekannte – verwendet. Großbuchstaben tauchen nur noch auf, wenn offensichtlich das Textverarbeitungsprogramm (z.B. nach einem Zeilenumbruch) diese eigenmächtig durchgesetzt hat. Generell ist die Orthografie als eher willkürlich einzustufen, und Satzzeichen werden äußerst sparsam bis gar nicht verwendet.

Kommt Ihnen bekannt vor? Oder müssen Sie sich gar an die eigene Nase fassen, weil Ihre ausgehenden Mails eines oder mehrere dieser Merkmale aufweisen? Dann hoffe ich, dass ich mit meinem kleinen Appell für Respekt und Wertschätzung in der Kommunikationskultur vielleicht etwas bewegen kann. Denn meines Erachtens ist eine gepflegte, den gängigen Regeln entsprechende Kommunikation nichts anderes als das – ein Zeichen von Respekt und Wertschätzung, die man seinem Gegenüber entgegenbringt (oder eben nicht). Ein paar Sekunden Aufwand mehr, die man durchaus investieren kann.

Nicht zuletzt ist es zudem eine Chance, durch ein paar individuelle Worte (z.B. einen netten, tagesaktuellen Gruß am Ende à la „Tiefverschneite Grüße aus …“) jenseits der notwendigen Minimalinformation einen sympathisch-positiven Eindruck zu hinterlassen.

Übrigens: Nicht nur in E-Mails, sondern auch bei Postings auf XING, Facebook & Co. macht es einen professionelleren Eindruck, wenn man die klassischen Rechtschreib- und Zeichensetzungsregeln beachtet. Ein Text liest sich dann einfach besser und angenehmer!

Klar, Ausnahmen sind dann und wann erlaubt. Dass im Skype-Chat nicht jeder Tippfehler ausgebessert werden muss oder ich in einer schnellen Mail an einen guten Bekannten mal auf die Anrede verzichte, ist völlig in Ordnung. Die Ausnahmen sollten aber allenfalls in der 1:1-Kommunikation und vor allem im gegenseitigen Einvernehmen geschehen.