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Marke oder Mauerblümchen: Charakter zeigen im Netz

131030_charakterzeigen2„Charakter zeigen im Netz: Wie geht das? Was bringt das? Wo sind die Grenzen?“ Mit diesem interessanten Thema hat der Karriereberater und Trainer Christoph Burger eine Blogparade gestartet und mich zur Teilnahme eingeladen. Und weil „Charakter zeigen“ für mich als Marketingberaterin nichts anderes bedeutet als das, was man in der Marketingsprache „sich positionieren“ nennt, passt das ja perfekt in mein Themengebiet!

Charakter zeigen – wie geht das?
„Charakter zeigen“ bedeutet für mich aus Marketingsicht nichts anderes, als sich zu positionieren und abzugrenzen (gleichermaßen als Selbständiger/Unternehmer wie als Angestellter): Wofür stehe ich? Und genauso wichtig: Wofür stehe ich nicht?

Das ist auch auf der Ebene einer Person nichts anderes als Markenbildung. Denn eine Marke, so die Definition laut Wikipedia, ist „die Gesamtheit der wettbewerbsdifferenzierenden Eigenschaften von Objekten (v. a. Waren und Dienstleistungen), die mit einem Markennamen in Verbindung stehen“ (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Marke). Indem ich Charakter zeige, mache ich mich also einzigartig und unverwechselbar und gebe ein klares Statement ab, wofür ich stehe.

Was heißt das nun konkret – wie „zeige ich Charakter“? Ganz grundsätzlich bedeutet das für mich, dass ich in meinem Reden und Handeln authentisch bin und nichts „vorspiele“. Dass ich hinter dem, was ich heute sage, auch morgen noch stehe, und ich nicht ständig mein Mäntelchen nach dem Wind hänge. Dass man sich auf mich verlassen kann.

Und speziell im Netz? Charakter zeige ich hier schon durch viele Kleinigkeiten, sei es, in welchen XING-Gruppen ich Mitglied bin, wie meine Webseite gestaltet und konzipiert ist, ob ich eine Facebookpräsenz unterhalte oder nicht, undsoweiter undsoweiter. Ganz konkret natürlich auch durch Kommentare oder Blogposts, in denen ich meine Meinung zu einem bestimmten Thema äußere. Letztendlich ist das „Charakterzeigen“ Kommunikation nach außen auf ganz verschiedenen Kanälen, und damit gilt auch hier das bekannte Zitat von Paul Watzlawick „Man kann nicht nicht kommunizieren“ – man zeigt also immer irgendwie Charakter, bewusst oder unbewusst, positiv oder negativ.

Wobei man sehr wohl steuern kann, zu welchen Themen man sich äußern möchte und welche privat bleiben. Womit wir bei Christoph Burgers nächster Frage sind:

Wo sind die Grenzen?
Keinesfalls heißt Charakter zeigen, dass man sich im Netz (oder natürlich in der realen Welt) entblößen und alles von sich preisgeben muss. Ob ich persönliche oder gar private Informationen im beruflichen Umfeld kommunizieren möchte oder nicht, ist eine Frage, die jeder für sich entscheiden muss. Ich fand Christoph Burgers Impuls zur Trennung zwischen „persönlich“ und „privat“ sehr gut – die ein oder andere persönliche Information ist sicher schön, um der eigenen Person Profil zu geben (sei es bzgl. Hobbies, kulinarischer Vorlieben oder ähnlicher „unverfänglicher“ Themen), aber private Themen (Details über meine Familie, meine politische Gesinnung usw.) bleiben privat. Entsprechend ist für mich z.B. selbstverständlich, dass ich eine geschäftliche und eine private Facebookpräsenz habe und die kommunizierten Inhalte konsequent trenne (wobei ich sowieso wenig bis gar keine privaten Informationen im Netz preisgebe, die gehören meiner Ansicht nach nur in persönliche Gespräche oder 1:1-Korrespondenz).

Das ist, wie gesagt, meine subjektive Meinung, und ich habe sowohl Verständnis für Menschen, die auch „unverfängliche persönliche Informationen“ nicht im beruflichen Umfeld preisgeben wollen wie ebenso (bis zu einer gewissen Grenze) für Menschen, die mit der Kommunikation privater Informationen recht unbefangen umgehen. Wenn z.B. jemand seinen Glauben öffentlich macht, indem er als Unternehmer in einem Netzwerk christlicher Unternehmer engagiert ist, finde ich das völlig legitim und auch positiv, auf diese Art Charakter zu zeigen.

Und was bringt das Ganze?
„Gleich und gleich gesellt sich gern“ – was als Sprichwort in erster Linie auf zwischenmenschliche (Liebes-)Beziehungen gemünzt ist, trifft ganz genauso auch im Berufsleben zu. Wenn man Sympathien und Ähnlichkeiten zu einer anderen Person feststellt, schafft das Nähe und steigert die Bereitschaft, miteinander ins Geschäft zu kommen. Ich freue mich z.B. immer, wenn ich jemanden kennenlerne, der wie ich aus dem Schwabenländle stammt (Es hat meine Motivation, an der Blogparade teilzunehmen, gleich noch etwas in die Höhe getrieben, als ich gesehen habe, dass Sie, Herr Burger, in Herrenberg ansässig sind – ich komme nämlich aus Sindelfingen.). Oder wenn ich jemanden kennenlerne, mit dem ich gemeinsame Interessen wie z.B. sportliche Aktivitäten in der Natur und den Bergen oder die Leidenschaft für Fotografie teile. Und natürlich immer auch bei Menschen, bei denen ich das Gefühl habe, dass wir ähnliche Werte vertreten.

„Charakter zeigen“ lässt sich also einerseits sowieso nicht ganz verhindern, andererseits ist es eine schöne Chance, ein klares (authentisches!) Bild von sich abzugeben, mit dem man neue Kontakte anzieht oder auch anderen ganz klar signalisiert „wir passen wohl eher nicht zusammen“. Und übrigens: Diese „Marke“, die ich da von mir „kreiere“, darf auf jeden Fall Ecken und Kanten haben!

 

One comment on “Marke oder Mauerblümchen: Charakter zeigen im Netz

  1. Vielen Dank für Ihren Beitrag und viele Grüße aus dem Schwabenland!