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Marketing positiv: Der letzte Eindruck bleibt hängen

130423_letztereindruckVor zwei Jahren hatte ich mich mit dem Abschluss einer privaten Altersvorsorge beschäftigt und dazu von mehreren Anbietern Informationen angefordert. Ein Anbieter (dessen Angebot nicht zum Zug kam) schickte mir seitdem immer wieder postalische Werbung zu allerlei Versicherungen zu. Beim letzten Brief war ich des Altpapiers überdrüssig und beschloss, mir die Mühe zu machen und den Werbesendungen zu widersprechen.

Gesagt, getan, ging ich auf die Webseite des Unternehmens und suchte das Kontaktformular auf – mit den üblichen negativen Erfahrungen, dass über allgemeine Kontaktformulare verschickte Anliegen seltenst wirklich bearbeitet werden, und dadurch bedingt einer niedrigen Erwartungshaltung. Dass das Kontaktformular allerlei Pflichtangaben wie E-Mail-Adresse und Telefonnummer forderte, die ich dem Unternehmen zusätzlich zu meiner eh bekannten Adresse ja nun beileibe nicht auch noch liefern wollte, führte zu weiterem Verdruss und dem Eintrag sinnloser Informationen (Bestimmt gibt’s viele, die wie ich für werbetreibende Unternehmen telefonisch unter 000 erreichbar sind und per Mail unter :-)).

Umso überraschender dann am nächsten (!) Tag ein Brief im Briefkasten – der mich im ersten Moment natürlich sofort zu dem Gedanken verleitete, dass man mir hier nochmal in schönstem Marketingdeutsch mitteilen würde, dass ich mir selbst keinen Gefallen tue, wenn ich auf die wertvollen Informationen des Unternehmens verzichte etc. blablabla. Nein, nichts dergleichen, vielmehr ein Brief, in dem man mir verspricht, dass ich zukünftig keine Werbesendungen mehr von dem Unternehmen erhalten werde, dass man meine Adresse auch in eine Abgleichdatei mit ihren beauftragten Dienstleistern eintrage und um Verständnis bittet, falls eine bereits in Aussendung befindliche Aktion in den nächsten Tagen doch noch in meinem Briefkasten landen sollte.

Nicht zuletzt findet sich gar ein Absatz mit dem Hinweis auf die Robinson-Liste (Info: Hier kann man sich eintragen, wenn man generell keine Werbesendungen mehr bekommen möchte. Seriöse Unternehmen gleichen ihre Daten mit dieser Liste ab.) und die kompletten Kontaktdaten, um sich dort listen zu lassen. Am Schluss folgt eine Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten.

Ich muss sagen, ich war positiv überrascht – sowas habe ich bisher noch nicht erlebt. Mein ursprünglicher Eindruck „Die nerven, weil sie mich mit Werbung beschicken, die ich nicht will“ hat sich in einen positiven letzten Eindruck „Hm, hier werde ich scheinbar auch als Nicht-Kunde wertgeschätzt“ gewandelt. Wer weiß, vielleicht frage ich bei der nächsten Versicherung, die ich brauche, wieder dort an!?

 

One comment on “Marketing positiv: Der letzte Eindruck bleibt hängen

  1. Kinker Franz on said:

    Man erlebt doch hin und wieder angenehme Überraschungen in der Geschäftswelt. Eine vernünftige Kundenpflege bedeutet zwar einen sehr hohen Aufwand, aber das Verhalten dieser Versicherung kann sich in deinem Fall unter Umständen lohnend auswirken.