Wie sag‘ ich’s meinem Kinde?

Ok, vorweg, nicht dass Verwirrung im Bekanntenkreis entsteht – nein, ich bin nicht überraschend Mama geworden, diese Überschrift ist eher symbolisch gemeint :-) Aber durchaus ernst, denn sie greift das Thema der Blogparade von Wibke Ladwig (Sinn und Verstand) auf, das unter dem Motto „Und was machen Sie so beruflich?“ steht.

Bei allen Erklärungsversuchen ist es in dieser wie in vielen Situationen – einer einfachen Erklärung nähert man sich an, wenn man sich vorstellt, den Sachverhalt einem Kind zu erklären. Na dann, pass mal gut auf und schau, ob Du verstehst, was ich mache, lieber (fiktiver) Lukas:

Erwachsene sagen „Marketingberaterin“ zu dem, was ich mache. Was „beraten“ heißt, weißt Du bestimmt. Jemand hilft jemand anderem, z.B. einem Freund, mit einem Ratschlag, weil er sich bei etwas besonders gut auskennt. Ich gebe also anderen Menschen Ratschläge. Und zwar Menschen, die ein Unternehmen haben, so wie z.B. Dein Onkel Christian, der hat ein Hotel. Er verdient Geld damit, dass Gäste in seinem Hotel wohnen dürfen. Aber woher wissen denn die Gäste, die von weit weg kommen, dass sie bei Onkel Christian wohnen können? Damit ganz viele Leute erfahren, dass es Onkel Christians Hotel gibt und dass es in seinem Hotel superschöne Zimmer, ein tolles Schwimmbad und ganz leckeres Essen gibt, berate ich den Onkel Christian, was er machen muss. Z.B. im Internet über sein Hotel schreiben, einen schönen Prospekt über sein Hotel machen, mithelfen, dass seine Gäste es an andere Leute weiterzählen und noch viele, viele andere Sachen. Damit dann ganz, ganz viele Leute zum Onkel Christian ins Hotel kommen und er genug Geld verdient, dass er Dir zum Geburstag was Schönes schenken kann :-)

Soweit also die kindgerechte Variante: Reduktion auf „beraten“ und „Marketing“ (Letzteres muss man übrigens nicht nur Kindern oft genauer erklären…) Bei Erwachsenen erlaube ich mir dann die erweiterte Berufsbezeichnung „Marketing- und Strategieberaterin“, um meinen Schwerpunkt Strategie hervorzuheben. Wirklich umfassend erklären, was ich mache, tut diese Beschreibung natürlich auch noch nicht.

Klarer wird das, was ich mache, erst dann, wenn ich die Chance habe, die restlichen drei Sätze meines Elevator Pitchs (Marketingsprache für prägnante Kurzvorstellung) loszuwerden:

Ich berate kleine und mittelständische Unternehmen und Freiberufler mit Überblick, Weitblick und Köpfchen rund ums Thema Marketing. Ich begleite meine Kunden von der Erarbeitung des Markenkerns über die Konzeption von Marketingmaßnahmen wie z.B. Internetauftritt oder Broschüre bis zur Umsetzung mittels wirkungsvoller Texte. Damit sie sich klar positionieren und so mehr Wirkung erzielen und mehr Wunschkunden bekommen.

Als Erkenntnis bleibt (was mir als Texterin nichts Neues ist): Eine Reduktion auf einen Begriff bedeutet immer, dass etwas unter den Tisch fällt und man sich nur bemühen kann, den einen Begriff so treffend wie möglich zu wählen. Und dass man jede Chance beim Schopfe packen sollte, nach dem einen Begriff mit einer zwei bis drei Sätze langen und präzise formulierten Erklärung diesem Begriff mehr Leben einzuhauchen.

Womit wir wieder bei meinem Marketingthema sind – sich klar positionieren! Wie steht’s also um Ihren Elevator Pitch?

 

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