Weniger ist mehr

151008_wenigeristmehrFür den Herbst hab ich mir die Überarbeitung meiner Webseite vorgenommen, und heute ging’s los. Und wie ich da so rumüberlegt, skizziert, andere Seiten angeschaut und nachgedacht habe, hat sich schwuppdiwupp das Thema für den heutigen Blogbeitrag ganz nebenbei aufgedrängt (auf der Liste stand’s eh schon länger): „Weniger ist mehr“.

Wenn man sich mal kritisch fragt, was es von dem, was man da an Leistungsspektrum und Inhalten alles auflistet, wirklich braucht, dann lässt sich einiges ohne Bauchweh streichen oder zumindest deutlich komprimieren. Denn Hand aufs Herz: Welcher Leser klickt sich durch zig Unterseiten und liest mehrseitenlange Texte? Keiner, das bestätigt spätestens ein Blick auf die Webstatistiken.

Positionierung und Fokussierung
Da die Webseite selbst ja nicht das Problem ist, steht am Anfang die eigene klare Positionierung und die Fokussierung auf wenige Spezialthemen – weg vom Bauchladen und vom bunten Sammelsurium an Angeboten. Fragen Sie sich ganz konkret – egal ob Unternehmen oder Solo-Unternehmer/Freiberufler:

  • Was kann ich wirklich gut? Was sind meine „Verkaufsschlager“?
  • Was mache ich besonders gern, was mag ich nicht?
  • Nicht zu vergessen: Was sind die Umsatzbringer? (Schließlich wollen Sie ja auch Geld verdienen, es sollte sich also eine Schnittmenge aus Punkt eins bis drei ergeben…)
  • Was steht nur noch auf meiner Webseite, weil ich es halt mal hingeschrieben habe, aber in den letzten drei Jahren hab ich das nie verkauft?
  • Wo will ich in Zukunft hin?

Am besten beantworten Sie alle Fragen schriftlich oder in einer Mindmap. Und strukturieren dann die Ergebnisse. Idealerweise sollten sich nicht mehr als drei bis vier Leistungsbereiche ergeben und diese sich bitte nicht in zig Unterthemen aufspalten. Denn sonst entfernen wir uns unversehens wieder vom „Weniger ist mehr“.

Wenn diese übersichtliche Struktur des eigenen Leistungsspektrums gelungen ist, ist damit auch die Basis für Ihre Webseite gelegt, denn dann kann es schon mal kein Verzetteln mit zu vielen Menüpunkten mehr geben.

Auch das Drumrum reduzieren
Und auch bei allem, was man jenseits des Leistungsspektrums auf der Webseite plant unterzubringen, ist ein kritischer Blick mit dem „Rotstift“ nützlich: Braucht es eine Anfahrtsbeschreibung, wenn ich nur selten Kunden bei mir im Büro empfange? Muss ich wirklich mein Netzwerk aufführen, wenn es eh nur aus wenigen sporadischen Partnern besteht? Auch über Sie selbst liest der Nutzer lieber ein kurzes, knackiges, vielleicht originell-anderes Porträt anstatt eines langatmigen Standard-Blabla-Lebenslaufs.

Generell empfehle ich, dass die Texte auf der Webseite möglichst nicht länger als eine Bildschirmseite sind. Damit der Leser „dranbleibt“, sind außerdem aussagefähige (kurze) Zwischenüberschriften und Auflockerungen, z.B. mit Aufzählungspunkten anstatt Fließtext, empfehlenswert. (Tipp am Rande: Texte vom Profi schreiben lassen – es lohnt sich!)

Dann stehen die Chancen gut, dass das, was Sie schreiben, auch gelesen, und das Interesse für das, was Sie verkaufen wollen, geweckt wird!

Übrigens: „Weniger ist mehr“ gilt beileibe nicht nur für Ihre Webseite! Achten Sie mal bei allem, ob beruflich oder privat, darauf, wo Sie Dinge vielleicht überfrachten und „weniger mehr sein könnte“. Mir ist der Grundsatz gleich bei meiner Mittagessensportion wieder in den Kopf gekommen… weniger essen, mehr genießen :-)