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Marketingberater: Das Geld kann man sich sparen, oder?

160614_marketingberatersparenImmer wieder frage ich mich: Warum wird Marketing von vielen Unternehmern „zweitklassig“ behandelt? Man hat – gerade als kleineres Unternehmen, das die Ressourcen nicht inhouse abdecken kann – ganz selbstverständlich einen Steuerberater für Buchhaltung und Jahresabschluss, einen Finanzberater, wenn’s um Finanzierung und Investitionen geht, aber einen Marketingberater…? Bei vielen Unternehmen Fehlanzeige – kein Mehrwert?

Wir machen das selber
„Wir machen das selber“ ist da oft die Devise, auch wenn kein fachlich versiertes Personal dafür im Unternehmen vorhanden ist. Erst kürzlich hatte ich eine skurrile Absage: Betriebsübernahme im Tourismusbereich, Investitionsvolumen von mehreren Hundertausend Euro. Marketing? „Mach ich mit ’ner Freundin, die ist Reiseverkehrskauffrau und kennt sich da auch ein bisschen aus“. Klar, mag sein, dass diese Freundin eine echte Marketingexpertin ist, aber die Wahrscheinlichkeit ist eher gering. Entsprechend mäßig wird das Ergebnis aus professioneller Sicht ausfallen, und der Unternehmer wundert sich, dass der Laden nicht läuft.

Sich klar zu positionieren, seine Zielgruppen zu definieren und ein Marketingkonzept sowie einen Plan zu entwickeln, nach dem strukturiert gearbeitet werden kann, sind strategische Grundlagen, damit ein Unternehmen Erfolg am Markt haben kann. Klar, es kann in Einzelfällen auch ohne funktionieren, wenn das Produkt toll und einzigartig ist, aber seien wir mal ehrlich: In den meisten Fällen gilt es, sich von Wettbewerbern abzugrenzen, herauszustellen, warum ein Kunde ausgerechnet bei diesem, Ihrem Unternehmen kaufen soll und den potentiellen Kunden gezielt zu Ihnen zu leiten. Wie das ohne planvolles Marketing funktionieren soll…?

Warum?
Was ist der Grund, auf professionelle Marketingberatung zu verzichten? Ohne Strategie „vor sich hin zu wurschteln“? Seine Texte für die Webseite (die man durch die produktverliebte Brille wenig kundenorientiert konzipiert hat) selber mühsam und mittelmäßig zu schreiben, anstatt sich professionelle Unterstützung zu holen?

Geld sparen? Es ist sehr fraglich, ob diese Vorgehensweise am Ende tatsächlich Geld spart. Wenn durch professionelles Marketing neue Kunden überzeugt und gewonnen werden können, sind die Ausgaben für den Berater ruckzuck wieder drin. Ohne Berater hingegen werden intern Mitarbeiter blockiert, die in Sachen Marketing vielleicht nur wenig Ahnung haben und anderswo sicher erfolgversprechender eingesetzt werden können. Ganz zu schweigen von dem neutralen externen Blick und der fokussierten Fachkompetenz, die ein (guter) Berater von außen mitbringt.

Jahresabschluss ohne Steuerberater?
Auf die Idee, ohne Steuerberater den Jahresabschluss zu machen, würden wohl die wenigsten Unternehmer kommen. Warum dann nicht auch im Bereich Marketing erkennen, dass externe Profis, die tagtäglich nichts anderes machen, sich hier besser auskennen und einen Mehrwert bieten?

Ich würde mich freuen, mehr über die Beweggründe bzw. „Hinderungsgründe“ zu erfahren!