Webseite vs. Social Media: Bitte kein Info-Chaos!

Immer wieder erlebe ich es, dass kleinere Unternehmen, Handwerks- und Gastronomiebetriebe eine Webseite haben und daneben eine Social-Media-Präsenz, meistens Facebook, und dass beide Plattformen nur unregelmäßig aktualisiert und mit relevanten Infos bespielt werden. Der Nutzer weiß also nicht, wo er welche Info findet und was (noch) aktuell ist, zumal wenn sich Informationen widersprechen.

Zwei konkrete Beispiele:

Ein Gastronomiebetrieb hat eine Wochenkarte mit Mittagsgerichten. Manchmal wird diese wochenaktuell auf der Webseite unter „Aktuelles“ hochgeladen, hin und wieder wird sie auf der Facebook-Seite eingestellt. Aber es gibt keine Verlässlichkeit für Nutzer à la „Jeden Montagmorgen kann ich auf Facebook sehen, was es dort diese Woche zu essen gibt.“

Ein Handwerksbetrieb hat auf seiner Webseite eine Rubrik „Veranstaltungen“. Nun veranstaltet er einen Aktionstag für Kunden und Interessierte. Den bewirbt er durchaus kostenintensiv mit Postwurfsendung, Anzeigenwerbung und mit mehrfachen Hinweisen auf die Veranstaltung auf seiner Facebook-Seite. Auf der Webseite in der eigens dafür vorgesehenen Rubrik allerdings kein Hinweis darauf.

Beide Situationen: Gar nicht gut! Zwar in beiden Fällen für gutgehende Betriebe nicht überlebensentscheidend, aber für den professionellen Gesamteindruck und die langfristige positive Kundenbeziehung auf jeden Fall unerfreulich.

Webseite als Dreh- und Angelpunkt
Aus Marketingsicht ist hier unbedingt eine klare Priorität nötig: Hat das Unternehmen eine Webseite, sollte diese auch der Dreh- und Angelpunkt für Informationen sein, vor allem dann, wenn spezielle Rubriken für die zu veröffentlichenden Inhalte dort vorgesehen sind. Social Media kann sinnvoll als Ergänzung genutzt werden, da z.B. eine Facebook-Seite als näher an den Nutzern und tagesaktueller erlebt wird. Zudem können Nutzer in Social Media dem Unternehmen folgen, sprich automatisch mit Neuigkeiten vom Unternehmen in ihrer Timeline versorgt werden.

Auch denkbar ist eine Kombination aus Webseite und z.B. Facebook, bei der aktuelle Infos nur auf Facebook veröffentlicht werden. Darauf sollte dann auf der Webseite direkt hingewiesen und idealerweise zur Facebook-Seite verlinkt werden. Dann ist für die Nutzer die Logik erkennbar: Facebook = Aktuelles, Webseite = generelle Infos.

Konsistent auf allen Kanälen!
Ansonsten gilt: Unbedingt Webseite und Facebook-Seite (oder andere Social-Media-Präsenzen) regelmäßig abgleichen und eventuelle Anpassungen, z.B. der Öffnungszeiten, auf allen Kanälen aktualisieren. Sich widersprechende Informationen auf Webseite und Facebook-Seite führen zu Unsicherheit beim Kunden, und im Zweifelsfall bleibt er ganz weg. Zusätzlich kann negative Mund-zu-Mund-Propaganda ob der erlebten Unprofessionalität eine weitere Folge mit Multiplikatoreffekt sein.

Professionellen Gesamteindruck durchziehen
Gerade wenn man sich gegenüber seinen Kunden als qualitativ hochwertiger Anbieter positionieren möchte, gilt es, dies im gesamten Außenauftritt des Unternehmens konsequent durchzuziehen. Fehlt es an der Zeit, kann die Devise nur lauten: „Weniger ist mehr“, d.h. z.B. ganz auf Social Media verzichten (zumal wenn die Zielgruppe sowieso nur wenig in Social Media unterwegs ist), oder „Outsourcen“ und die Pflege der Präsenzen extern zuverlässig erledigen zu lassen.