Corona jetzt und danach – Was macht das mit Dir und was bedeutet das für Dein Business?

Viele kleinen Unternehmen, Solounternehmer und Freiberufler sind aktuell im Krisenbewältigungsmodus, denn das Überstehen der Krise ist die erste und wichtigste Herausforderung für alle Unternehmen. Allerdings darf und sollte der Blick nach einem ersten Durchatmen weiter in die Zukunft gehen. Denn wer sich heute schon unternehmensstrategisch mit morgen, mit der „Post-Corona-Zeit“, beschäftigt, hat dann die Nase vorn.

Das von mir sehr geschätzte Zukunftsinstitut hat vier spannende Szenarien und zahlreiche weitere Beiträge für diese Post-Corona-Zeit veröffentlicht. Alle sehr lesenswert, um etwas mehr Gefühl für diese noch sehr wenig greifbare Zukunft zu bekommen. Dass es nicht 1:1 wie vor Corona weitergehen wird, ist wohl jedem klar.

Ich möchte Dir im heutigen Blogbeitrag mit sechs Aspekten helfen zu hinterfragen, was die aktuelle Corona-Zeit mit Dir konkret macht bzw. schon gemacht hat und was das für Dein Business in Zukunft bedeuten kann:

#Digital vs. Mensch
Notgedrungen läuft gerade ganz viel digital, Programme wie Skype, Zoom & Co. kommen überall zum Einsatz. Dienstleistungen werden, wo möglich, online erbracht. Onlineshops und –bestellungen mit Lieferservice, gerade auch auf lokaler Ebene, werden aus der Not geboren. Wahrscheinlich hast auch Du für Dein Unternehmen in irgendeiner Form verstärkt auf digital gesetzt.

>> Empfindest Du diesen Schub in der Digitalisierung als Fortschritt (vielleicht auch einen, an den Du Dich für Dein Unternehmen sonst noch lange nicht herangetraut hättest), den Du zukünftig noch strategischer ausbauen willst? Oder bist Du einfach nur froh, wenn Du wieder von Mensch zu Mensch „in echt“ kommunizieren und Deine Geschäfte abwickeln kannst?

# Innovation + Kreativität
Zeit für lange strategische Entwicklungsprozesse hat die Krise keinem gelassen. Kreative Ideen und Innovationen, schnelles Handeln waren und sind gefragt.

>> Schnell, unkonventionell, einfach ausprobieren, statt ewig zu planen – ist das ein Vorgehen, das Du als spannend und wiederholenswert erlebt hast und das Du in Zukunft öfter oder gar regelmäßig praktizieren willst, um mit Tempo neue Ideen auf Markttauglichkeit zu testen? Oder schaltest Du lieber wieder einen Gang zurück, legst den Fokus auf Bewährtes und planst Neuentwicklungen mit ruhiger Hand?

#Nachhaltigkeit
Das weltweite verordnete Innehalten hat uns vor Augen geführt, wie viel Einfluss theoretisch auf den Klimawandel möglich ist. Umweltschutz und Nachhaltigkeit werden nach Corona vermutlich noch mehr im Blickpunkt stehen.

>> Was hat das bei Dir verändert? Wirst Du zukünftig (noch mehr) hinterfragen, ob eine Dienstreise (und natürlich auch eine private Urlaubsreise) tatsächlich so stattfinden muss, ob es ökologischere Alternativen gibt? Ob Deine Produkte kritischen Fragen zu ihrer Nachhaltigkeit ausreichend standhalten? Wie Du privat und unternehmerisch das Wohl des Planeten noch mehr im Blick haben kannst? Wie letztendlich Deine unternehmerische Balance zwischen Profit und Nachhaltigkeit gelingt?

# Routinen
Corona hat mit Sicherheit zumindest einige Deiner gewohnten Routinen über den Haufen geschmissen, intern und im Kontakt mit Deinen Kunden, entlang der gesamten Customer Journey.

>> Wie tragfähig sind neue Prozesse, Vorgehensweisen und Routinen, die vielleicht gerade entstehen? Welche positiven Effekte können sie haben? Ist diese Erfahrung des Routinen-Aufbrechens eine, die Du in Zukunft bewusst auch öfter aktiv wiederholen willst, um nicht zu lange in gewohnt-vertrauten, aber vielleicht gar nicht so zukunftsfähigen Abläufen zu verharren?

#Sicherheit
Nicht nur ein ausreichender Vorrat an Klopapier sorgt für gefühlte Sicherheit. Finanziell hat die Corona-Krise vielen drastisch und schnell vor Augen geführt, dass ein finanzielles Polster in schlechten Zeiten dringend notwendig ist. Ebenso zeigt uns diese Pandemie den Stellenwert unserer Gesundheit deutlicher als je zuvor.

>> Was nimmst Du aus diesen Erkenntnissen für die Zukunft mit? In welchen Bereichen willst Du mehr für Deine Sicherheit tun, mehr Ressourcen einsetzen, und wie willst Du diese Ressourcen bereitstellen? Inwieweit kann man sich vor solchen noch vor wenigen Monaten unvorstellbaren Szenarien überhaupt schützen, was macht Sinn, was ist übertrieben und sollte in der Kategorie „Restrisiko“ abgelegt werden?

#Lokal vs. global
Durch die Einschränkung unserer Mobilität hat das lokale Umfeld, die nächste Nachbarschaft, wieder an Bedeutung gewonnen. Geschäfte werden – soweit möglich – bevorzugt vor Ort gemacht, um das lokale Miteinander zu stärken. Initiativen zur Unterstützung von in der Krise besonders Betroffenen (egal ob Unternehmen, Senioren, Personal in den Krankenhäusern …) entstehen allerorten. Ein Bedürfnis nach allseitigem Wohlergehen ist spürbar.

>> Wie hast Du Dein unmittelbares lokales Umfeld in der Krise empfunden? Siehst Du hier Chancen, auch zukünftig mehr Nähe in Deinem Business zu praktizieren (sei es physisch-lokal und/oder eher im menschlichen Sinne)?

Indem Du für Dich selbst Antworten darauf findest, wie Du zu diesen verschiedenen Aspekten „tickst“, schaffst Du die strategische Basis, um Dein Geschäftsmodell für die Zukunft weiterzuentwickeln. Wo kann es hingehen? Wo können unternehmerische Weiter-/Neuentwicklungen, strategische Veränderungen für Dich Sinn machen, was passt nicht zu Dir?

Ich wünsche Dir viele wertvolle Gedanken rund um diese Fragen, verwertbare Impulse und Weiterentwicklungsansätze und viel Erfolg für die Zukunft Deines Business!

Übrigens: Die gleichen Fragen lassen sich natürlich aus der Perspektive Deiner Kunden beantworten und geben damit Aufschluss darüber, wo Marktchancen auf Dich warten könnten!

* Normalerweise sieze ich meine Leser*innen hier im Köpfchen-Blog. Für diesen Artikel hat sich das einfach „falsch“ angefühlt, wahrscheinlich, weil es um sehr persönliche Empfindungen und Gedanken geht, die ich bei den Leser*innen ansprechen möchte – oder weil wir in dieser Krise irgendwie alle zusammenrücken. Daher heute im freundschaftlichen Du.