Corona, zweite Welle? Sei vorbereitet!

Corona-zweite-welle-evariJeder hat durchgeatmet, als die Corona-Beschränkungen Schritt für Schritt wieder gelockert wurden. Und natürlich hoffen wir alle, dass wir damit das Schlimmste hinter uns haben. Aber ganz ehrlich: Ich bin eher skeptisch, ob uns im Herbst, wenn auch die klassische Erkältungswelle losrollt, nicht wieder deutlich einschränkende Corona-Lockdown-Maßnahmen einholen – die Gefahr ist ja noch nicht gebannt.

Für Dich als Solounternehmer/in oder KMU heißt das: Bereite Dich auf den Worst Case vor! Immerhin hast Du dieses Mal die Chance zur Vorbereitung und kannst die noch vor Dir liegenden Sommermonate für eine durchdachte „Was-wäre-wenn“-Planung nutzen. Diese 6 Tipps helfen Dir:

1) Lernen aus der 1. Welle

Was hast Du da aus der Not heraus für Ideen entwickelt? Welche waren erfolgreich, welche nicht? Was haben Andere für interessante (nachahmenswerte) Maßnahmen umgesetzt? Was haben Deine Kunden vermisst? Wo hast Du vielleicht in Sachen Digitalisierung noch Nachholbedarf?

2) Social Media

Bist Du schon social-media-fit und warst während der 1. Welle regelmäßig und kundenorientiert in den sozialen Medien aktiv? Wenn nicht, nutze jetzt die Zeit, um entsprechend Deiner Zielgruppe geeignete Social-Media-Kanäle zu identifizieren, dort Deine Unternehmenspräsenz einzurichten, erste Erfahrungen mit dem Posten (Inhalte, Häufigkeit usw.) zu sammeln und Deine Kunden, Partner etc. als Fans/Follower zu gewinnen. Dann erreichst Du diese während eines möglichen weiteren Lockdowns zur Kommunikation aktueller Veränderungen und Infos sowie von Spezialangeboten unkompliziert auf diesem Weg.

3) Spezialangebote entwickeln

Während des Lockdowns im Frühjahr hast Du vielleicht in der Not schnell das ein oder andere Spezialangebot aus dem Boden gestampft, hast aber gemerkt, dass da noch Verbesserungspotential ist? Dann überlege jetzt planvoll, was für spezielle Angebote während eines möglichen weiteren Lockdowns für Deine Kunden nützlich und für Dich praktikabel sein könnten. Das könnte ein spezielles Online-Beratungsangebot sein, ein Abhol-/Lieferservice, eine Telefon-Hotline zu bestimmten Zeiten, Lern-/Erklär-/Trainingsvideos rund um Dein Thema … Frag am besten auch Deine Kunden, womit ihnen unter den besonderen Umständen geholfen wäre.

4) Online-Shop/-Angebote

Hast Du Produkte/Dienstleistungen im Portfolio, die Du online verkaufen könntest? Dann prüfe jetzt, welche Möglichkeiten dafür zur Verfügung stehen oder welche Kombination aus Online-Produktpräsentation mit anderen Buchungskanälen (Telefon, E-Mail) sich eignet.

5) Fit werden mit Online-Videokonferenztools

Kannst Du z.B. Beratungen online durchführen, falls persönliche Gespräche nicht möglich sein sollten, und hast Dir das während der 1. Welle mangels technischem Knowhow noch nicht zugetraut? Dann verschaffe Dir jetzt einen Überblick über mögliche (kostenlose oder kostenpflichtige) Anbieter, die Du nutzen könntest und die zu Deinen Anforderungen und Wünschen passen. Übe ausführlich mit dem System Deiner Wahl (z.B. mit einem vertrauten Geschäftspartner oder mit privaten Kontakten), um mit dem Handling vertraut zu werden und um Möglichkeiten wie Screensharing oder gemeinsames Arbeiten in Dokumenten kennenzulernen, damit Du Dich im Ernstfall sicher fühlst. Experimentiere auch mit dem Setup an Deinem Arbeitsplatz, was Hintergrund, Ausleuchtung, Mikrofon etc. angeht.

6) Überbrückungsmaßnahmen zum In-Erinnerung-Bleiben

Auch wenn während eines Lockdowns Deine Absatzmöglichkeiten eingeschränkt sind, bleibt als wichtiges Ziel, die Loyalität Deiner Kunden zu erhalten, damit sie Dich nach Lockerung der Einschränkungen nicht vergessen haben. Geeignete Maßnahmen kannst Du Dir jetzt überlegen und ggf. auch die nötigen Voraussetzungen schaffen: Social Media (siehe Punkt 2), Newsletter, Blog auf Deiner Webseite, und sogar die gute alte Briefpost bieten sich für die Kundenkontaktpflege an. Lege ruhig auch eine Ideenliste an (nicht nur für Lockdown-Zeiten nützlich!), was Du an nützlichem Inhalt liefern könntest, um Nutzen zu bieten und im Gespräch zu bleiben – z.B.:

  • Friseur: Tipps zum Frisur-Aufpeppen, wenn der letzte Haarschnitt schon länger her ist
  • Gastronomie: Kochideen/Rezepte für Kochen mit Kindern
  • Handwerk: Do-it-yourself-Notlösungen für häufige Problemsituationen
  • Autohaus: 5 Funktionen, die der Kunde an seinem Fahrzeug vielleicht noch gar nicht kennt
  • Schuhladen: Pflegetipps, damit die Schuhe vom Vorjahr fast wie neu aussehen

Ich wünsche uns allen, dass wir nicht in die Situation kommen, all das zu brauchen – trotzdem ist die Vorbereitung auf den Worst Case besser, als im Ernstfall wieder in Schockstarre oder hektischen Aktionismus zu verfallen. In diesem Sinne: Bleibt alle g’sund!